Besuch des Klosters St. Avgin (hl. Eugen) in Arth
Heidi Troxler,
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Gertrud Henseler übergibt Bruder Lahdo ein Präsent

Am Mittwoch, 27. Januar trafen sich die Teams des ökumenischen Religionsunterrichts von Arth, Goldau, Lauerz, Steinerberg, Sattel und Oberarth zur alljährlichen Weiterbildung.
Inhalt und Motto des Anlasses war „Begegnung mit der syrisch-orthodoxen Kirche – Erfahrungsaustausch und Impulse für den ökumenischen Religionsunterricht“.
Um 13.30 Uhr wurden wir beim Haupteingang des Klosters herzlich durch Bruder Lahdo begrüsst und in Empfang genommen. In den freundlich und hell anmutenden Gängen des Klosters lag leichter Weihrauchduft. Bruder Lahdo führte uns als erstes in das grosse, eindrücklich ausstaffierte Refektorium (Stube) mit prunkvollen Stühlen aus Syrien. Bilder an den Wänden zeigen einige syrisch-orthodoxe Klöster. Früher gab es sehr viele syrisch-orthodoxe Mönche – heute fast keine mehr. Weltpriester sind verheiratet – Mönche hingegen sind zölibatär.

Bruder Lahdo erzählte uns einiges über das Kloster selber, seine Besetzung und sein „Innenleben“. Aber auch von der Geschichte und der Kultur der syrisch-orthodoxen Kirche in ihrem Herkunftsland und dessen schmerzlich-traumatischen Entwicklungsgeschichte seit dem ersten Weltkrieg. Er erzählte uns auch von den Zielen und Wünschen der syrisch-orthodoxen Christen in unserem Land.

Im Jahr 1996, also vor rund 20 Jahren, übernahm die syrisch-orthodoxe Kirche das ehemalige Kapuzinerkloster in Arth und gründete mit ihm das einzige syrische Zentrum in der Schweiz. In einem Rundgang bekamen wir Einblick in einige Räumlichkeiten. Es gibt 20 Zimmer im Kloster, eine sehr wertvolle Bibliothek, Bildergalerie, Unterrichtsraum, ein grosser Garten mit Friedhof und eine Kapelle, in welcher jeden Sonntag Gottesdienst gefeiert wird. Eine hl. Messe dauert 2 Std. Die Gottesdienstsprache ist die Sprache Jesu – aramäisch. Diese wird von den älteren Kirchenbesuchern durchwegs verstanden. Wenn an hohen Feiertagen Jugendliche dem Gottesdienst beiwohnen, verstehen diese aber oft nichts. Es gibt eine sehr alte Tradition in der Kirche mit alten Übersetzungen der Bibel. In einer Messe gibt es 6 (!) Lesungen – drei aus dem alten und drei aus dem neuen Testament. Herz und Mittelpunkt der hl. Messe ist die Eucharistiefeier. Nach dem Rundgang wurden wir gastfreundlich bewirtet mit Schwarztee und feinsten syrischen Gebäcken.

Der Erzbischof, zwei Nonnen sowie zwei bis drei Mönche wohnen ständig im Kloster. Im Sommer werden bis 20 Schüler aufgenommen, welche bei Bruder Lahdo aramäisch lernen. Das ehemalige Krankenzimmer dient ihnen unter anderem als Schlafraum. Es wird im Kloster wöchentlich Religions- und Sprachunterricht erteilt. Weiter werden Zusammenkünfte mit den anderen syrisch-orthodoxen Priestern in der Schweiz abgehalten. In der Gemeinde Arth leben 12 syrisch-orthodoxe Familien – in der ganzen Schweiz ungefähr 1600 Familien. Siebenmal am Tag betet ein Mönch. Auch wir nahmen am Nachmittagsgebet in der Kapelle teil und waren überrascht von den gesungenen Texten und den Ritualen.

Zum Abschluss beantwortete Bruder Lahdo noch einige Fragen von Diakon Stanko Martinovic. Die Ökumene vor Ort sei sehr positiv. Er schätze das gute Verhältnis mit der kath. Kirche und im speziellen mit Diakon Martinovic. Die syrisch-orthodoxen Kinder kämen gerne in den ökumenischen Religionsunterricht. Auf die Frage, ob nicht auch Flüchtlinge im Kloster aufgenommen werden könnten, antwortete Bruder Lahdo, dass dies nicht möglich sei, weil das Haus durch die Jugendlichen belegt sei und auch sonst diverse Aktivitäten stattfinden. Er stellte auch fest, dass die meisten Flüchtlinge, die aus Syrien kommen nicht Christen, sondern Muslime seien.
Auch die traurigen Umstände rund um die Verfolgung der Christen in Syrien sprach Bruder Lahdo an dem Nachmittag an: Die traumatische Situation an der Grenze zur Türkei, die grosse Verunsicherung und Ohnmacht, weil es dort überhaupt keine Sicherheit mehr gibt. Den Menschen bleibt nichts anderes übrig, als auszuwandern. Sie verlieren ihr Land und auch ihre Wurzeln.
Pfarrer Urs Heiniger, Vorsitzender des ökRU – Zusammenschlusses, rundete den gelungenen Weiterbildungsnachmittag mit einem Dank an die Organisatoren Gertrud Henseler und Stanko Martinovic ab. Ein besonderer Dank für alles geht an Bruder Lahdo und die Gemeinschaft St. Avgin in Arth.
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Bereitgestellt: 22.02.2016, Margrit Siegrist